12.05.2026 • von: Heiko

OMR'26 - Warum Relevanz das neue Wachstum ist

Die OMR ist vorbei, Hamburg hat sich wieder etwas geleert und die Schrittzähler vieler Besucher dürften neue Rekorde erreicht haben. Zwischen vollen Hallen, spontanen Umwegen durch die Expo, ausgebuchten Sessions und zahlreichen Gesprächen wurde eines besonders deutlich:

Die digitale Kommunikation befindet sich in einer neuen Phase.

Von AI-Buzz zu AI-Umsetzung

Noch vor einem Jahr dominierten auf vielen Bühnen Diskussionen über die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz. Die zentrale Frage lautete: Was könnte AI verändern?

Heute hat sich der Fokus verschoben.

Statt Zukunftsszenarien stehen konkrete Anwendungsfälle im Mittelpunkt. Unternehmen beschäftigen sich mit Themen wie:

  • effizienteren Prozessen durch AI
  • besseren Ergebnissen in Suchsystemen und AI-Interfaces
  • automatisierter Content-Produktion
  • neuen Geschäftsmodellen und Services
  • der Integration von AI in bestehende Marketing- und Vertriebsprozesse

Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist enorm. Gleichzeitig wird immer klarer: Nicht die Technologie allein entscheidet über Erfolg, sondern die Fähigkeit, daraus konkrete Lösungen zu entwickeln.

Eine Frage, die dabei bei unserem Kollegen Heiko besonders hängen geblieben ist, stammt von Joe Pawlas auf einem Event von nextMedia.Hamburg:

„Was baut ihr?“

Eine einfache Frage – aber vielleicht die entscheidende.

Denn während immer neue Tools entstehen, liegt der eigentliche Wettbewerbsvorteil nicht im Zugang zu AI, sondern darin, welche Produkte, Prozesse, Inhalte oder Geschäftsmodelle daraus entstehen.

Discovery verändert sich grundlegend

Parallel dazu verändert sich die Art und Weise, wie Menschen Informationen entdecken.

Lange Zeit war klassische Suchmaschinenoptimierung der wichtigste Hebel für digitale Sichtbarkeit. Heute ist die Customer Journey deutlich fragmentierter.

Menschen suchen und entdecken Inhalte über:

  • TikTok
  • LinkedIn
  • Reddit
  • Creator und Expertennetzwerke
  • Communities
  • AI-gestützte Suchsysteme und Chatbots

Discovery findet nicht mehr an einem Ort statt. Sie verteilt sich auf zahlreiche Plattformen und Formate.

Für Unternehmen bedeutet das: Sichtbarkeit entsteht nicht mehr ausschließlich durch Rankings, sondern durch Präsenz an den relevanten Kontaktpunkten der Zielgruppe.

Content wird unbegrenzt. Aufmerksamkeit nicht.

Noch eine Erkenntnis, die sich durch viele Gespräche und Vorträge gezogen hat:

Die Produktionskosten für Content sinken dramatisch.

Mit AI kann heute nahezu jeder in kürzester Zeit große Mengen an Texten, Bildern, Videos und Social-Media-Beiträgen erstellen.

Doch während Content im Überfluss verfügbar wird, bleibt Aufmerksamkeit begrenzt.

Genau deshalb gewinnt Relevanz an Bedeutung.

Wenn plötzlich alle unbegrenzt produzieren können, entsteht kein Wettbewerbsvorteil mehr durch reine Menge. Entscheidend wird stattdessen:

  • Wer versteht seine Zielgruppe wirklich?
  • Wer liefert hilfreiche Inhalte?
  • Wer baut Vertrauen auf?
  • Wer schafft Orientierung statt Informationsüberlastung?

Die Zukunft gehört nicht den lautesten Marken, sondern den relevantesten.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Die Entwicklungen rund um AI und Social Media zeigen deutlich, wohin die Reise geht:

  1. AI strategisch einsetzen statt nur testen.
  2. Content auf Relevanz statt Reichweite allein optimieren.
  3. Sichtbarkeit plattformübergreifend denken.
  4. Vertrauen als zentrale Währung im Marketing verstehen.
  5. Eigene Expertise sichtbar machen, bevor andere sie für die Zielgruppe einordnen.

Fazit

OMR 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie schnell sich Marketing, Kommunikation und digitale Sichtbarkeit verändern. Die entscheidende Frage lautet dabei nicht mehr, ob AI oder neue Plattformen die Spielregeln verändern werden. Das tun sie bereits.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die richtigen Antworten darauf zu entwickeln. Oder um es mit einer der spannendsten Fragen der Veranstaltung zu sagen:

Was bauen wir daraus? 😉